Inszenierung unserer Maske

Nur Augen ohne Münder in der U-Bahn – Bis vor kurzem war dieses Bild für uns ein weit entferntes oder zukünftiges. Stoff dort, wo normalerweise Haut und Emotion zu sehen ist. Das Gespür für die Anderen kommt plötzlich abhanden. Ist das ein Lächeln oder genau das Gegenteil? Doch auch schon vor der Pandemie galt: Wir tragen Maske. Nicht nur konkret, sondern auch im übertragenen Sinne: die Maske als dialektisches Zeichen des Zeigens und Verbergens. Welche Maske wählen wir und wie gestalten wir unsere Maskierung performativ für uns und andere? Welche Werte, Überzeugungen und gesellschaftliche Mechanismen sind damit verbunden und wie haben sie sich im Zuge der Pandemie verändert?

In unserem praxis-orientierten Workshop lassen wir uns von Künstler*innen verschiedener Genres inspirieren und schauen uns unterschiedliche Ästhetiken von Maskierung an. Die Maske als dystopisches Science-Fiction-Szenario, als Alltag, lebensnotwendiger Schutz oder Alptraum. Wir beschäftigen uns mit Techniken des Recherchetheaters, wie dem narrativen biografischen Tiefeninterview, und der Frage danach, wie dokumentarisches Material in eine künstlerische Form gebracht wird. Wir führen Interviews und filtern die Texte nach Bildern und Textpassagen. Sie sind Inspiration für eine Mini-Performance/Installation in den eigenen vier Wänden (wo auch immer diese sind), die digital festgehalten und in ein gemeinsames Narrativ gesetzt wird.

Projektleiterinnen:

Janette Mickan / Dramaturgie und Kuration
Christine Rollar / Schauspiel und Regie

Veranstaltungsort:

online

Teilnehmer*innenzahl:

20

Sprachen:

deutsch