the body as an argument

“In my writing I am the scientist as well as the rat she slits open for her research” (Maggie Nelson)

Angeregt durch Techniken kreativen Schreibens, diverse Übungen zu Textproduktion und verschiedene Performanceansätze produzieren die Teilnehmer*innen eigene Textfragmente. In diesem Projekt erproben wir, ob und wie Erzählungen privater Erfahrungen politische Fragen unserer Zeit generieren und thematisieren. Dabei werden sie von den Dozent*innen in ihrem eigenen kreativen Prozess unterstützt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Produzieren unterschiedlicher Erzählweisen und Textformate: das können Szenen, Essays, Poesie oder Songtexte sein. Im Anschluss werden wir erproben, diese Erzählungen zurück an den Körper zu binden und mittels Rhythmus, Präsenz und Klang als Performance zu gestalten.

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“In my writing I am the scientist as well as the rat she slits open for her research” (Maggie Nelson)

Inspired by techniques of creative writing, various exercises on text production and various performance approaches, the participants produce their own text fragments. In this project we will we will check how and whether the narration of private experiences could artistically formulate the conflicts and political questions of the cultures we are living in. Students are supported by the lecturers in their own creative process. The focus is on producing different narrative and text formats: these can be scenes, essays, poetry, spoken word or song lyrics. Afterwards we will try to tie these narratives back to the body of the speaking/writing subject to work with the language by means of rhythm and presence for a performance.

 

Projektleiterinnen:

Dr. Grit Köppen (Kulturwissenschaftlerin)
Sivan Ben-Yishai (Theaterregisseurin)

 

Themen (stichwortartig):

Performances im Spannungsfeld politischen und biographischen Erzählens

 

Disziplinen / Ansätze:

szenisches Schreiben, Performance Kunst, Gender

 

Besonders empfohlen für:

Studierende für szenisches Schreiben, Regie, Schauspiel,  Theaterpädagogik, Musik, Sound Studies

 

Veranstaltungsort:

Bundesallee 1-12,
Raum 333

 

Teilnehmer*innenzahl:

20

 

Sprachen:

deutsch/englisch

 

Weitere Informationen zum Inhalt:

Es geht bei unserem Projekt (auch) um Gender-Aspekte sowie um diversitätsorientierte Aspekte. Der Titel „the body as an argument“ verweist darauf, dass verschiedene Körper gezwungen werden in geopolitisch verorteten und gesellschaftlichen Zusammenhängen, Erfahrungen der Diskriminierung zu machen. Das geht einher mit den Zuschreibungen und Projektionen, die auf diese Körper geworfen werden. In einem patriarchalen System wird der weibliche Körper potentiell immer sexualisiert und meistens abgewertet.
In einem rassistischen System wird der Körper einer person of color potentiell immer rassialisiert und meistens abgewertet. Das heißt der Blick von außen definiert diese Körper. Daraus ergeben sich jedoch andere Wahrnehmungen von Welt und werden politische Fragen nach patriarchalen und rassistischen Ordnungen aufgeworfen. Umgekehrt machen Körper, die einer gesellschaftlichen Norm entsprechen – das sind in patriarchal und rassistisch organisierten Gesellschaftsordnungen weiße männliche heterosexuell orientierte Körper, Erfahrungen der Privilegierung, die häufig unreflektiert bleiben.
Daher setzen wir nun wiederum in unserem Projekt am Körper und dessen Erfahrung in der Welt an, um kritisch darüber zu reflektieren, wie individuelle, persönliche, biografisch geprägte Erfahrungen sich mit politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen kreuzen….und versuchen eine Sprache dafür zu finden, die durchaus reflektiv, aber ebenso subversiv, humorvoll, grotesk etc. sein kann. Dabei geht es auch darum, Schreibstrategien zu entwickeln, um auf diese gesellschaftlichen Realitäten kreativ und souverän reagieren zu können.

 

Grit Köppen ist Theater- und Kulturwissenschaftlerin. Sie studierte an der Freien Universität und an der Humboldt-Universität in Berlin, Theatre Arts an der Addis Ababa University sowie Internationale Beziehungen und postkoloniale Kunstgeschichte an der Korea University. Sie veröffentlichte eine Monographie zu zeitgenössischen performativen Künsten und postkolonialen Kunstansätzen in Ähtiopien. 2017-2018 forschte Sie als Postdoktorandin am Graduiertenkolleg “Das Wissen der Künste” an der UdK zu dekolonialen Ästhetiken im zeitgenössischen Theater. In dem Rahmen ko-kuratierte sie die UdK Ringvorlesung 2018/2019 zum Thema „Gewalt in den Künsten“. Derzeit arbeitet sie als Studienleitung bei der Drehbuchakademie der dffb Berlin. Daneben war sie für die Kunstfestivals Ex…it, Robodock, Asien Pazifik Festival, UnArt, Tanz made in Berlin, Rainbow Art Festival, die Projekte Bipolar und Advancing Performance Art Project tätig. Sie arbeitete u.a. zusammen mit Ten Pen Chii Art Labor, Adugnia Dance Compagnie, Helena Waldmann, Hans Peter Kuhn, Shanti Oyarzabal, Benoit Maubrey, Yumiko Yoshioka und Aron Yeshitila.
Sivan Ben-Yishai ist Autorin und Theaterregisseurin. Sie ist 1978 in Tel Aviv geboren, studierte Theaterregie sowie Schreiben für das Theater an der Tel-Aviv-Universität und in der Schule für Visuelles Theater Jerusalem. Seit sechs Jahren lebt sie in Berlin. Sie wird vom Suhrkamp Verlag vertreten. Zuletzt schrieb sie ihre Tetralogie “LET THE BLOOD COME OUT TO SHOW THEM”. Ihre Stücke wurden bisher am Deutschen Theater Berlin, Maxim Gorki Theater, Rampe Theater Stuttgart, Theater Lübeck, Konstanz und Luxemburg inszeniert und aufgeführt.

 

Slides aus der Projektbörse

 

 

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