Tisch-Kulturen

Als eine der ältesten Kulturtechniken umgibt und prägt uns das Essen seit Jahrtausenden. Es stiftet sozialen Zusammenhalt und Distinktion, gibt Anlass zu Kommunikation und unzähligen Ritualen.

Gleichzeitig spiegeln sich in seinen jeweiligen aktuellen und kulturellen Ausformungen ökonomische und soziale, ästhetische und technologische Bedingungen, durch welche sie stetigen Anpassungsprozessen unterworfen sind.

Im Kurzzeitprojekt „Tisch-Kulturen“ werden die Potentiale von Adaption und Spekulation an hand einer experimentellen Reihe erforscht und dokumentiert. Ausgangspunkt ist das 12-teilige Porzellan-Service „Kurland“ von der KPM und die dazugehörige Tischkultur, die sich über 200 Jahre entwickelt und verfeinert hat. Ihre historischen, sozialen oder kulinarischen Bedingungen sind ebenso Teil der forscherischen Auseinandersetzung, wie das spielerische Experimentieren am Tisch: mit den Gefäßen und Werkzeugen, den Speisen, Geräuschen, Regeln oder Ritualen.

Welche Beziehungen entstehen zwischen Essendem und Geschirr? Und zwischen den Tischpartnern untereinander?

Mit welchen Qualitäten und Fähigkeiten könnten die Requisiten am Tisch noch erweitert werden?

Was zeigt sich in den räumlichen und zeitlichen Zuordnungen und Gewichtungen von Speise und Gefäß?

Wie werden wir diszipliniert durch Portionierung und Rationen?

Im Rahmen des Kollisionsprojekts werden mehrere Studien und Spekulationen zu nötigen oder möglichen Tisch-Kulturen entstehen und diese filmisch dokumentiert. Die Filmclips werden innerhalb eines Tisch-Settings inszeniert und am Freitag in den Uferhallen präsentiert.
Zusätzlich entstehen Konzeptvorschläge zur Installation und Projektion des Tisch-Settings innerhalb der „Kurland“-Ausstellung der KPM im Frühjahr 2015.

Projektleiter:

Dipl.Des. Johanna Dehio

Dipl.Des. Hanna Wiesener

Bilder von der Abschlusspräsentation

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