Mad Men Reloaded

Die Werbekampagne für eine Automarke läuft auf Hochtouren. Das Kreativteam arbeitet bis zur Erschöpfung.
Die Ehe des kreativen Direktors zerbröckelt im Hintergrund. Zwei Partner entdecken, dass sie sich nicht ausstehen können. Eine Liebschaft fängt Feuer und erlöscht wieder. „Mad Men“: Die Filmserie über Advertising, angesiedelt in Madison Avenue, New York, in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ikonen des american way of life werden von einem Handvoll kaputter Typen kreiert.

Der PR-Redakteur

Kommunikationsagenturen nehmen für sich in Anspruch, wünschenswerte Wirklichkeiten entwerfen zu können, aber sind meist davon entfernt, ihre eigene Wirklichkeits-Konstruktion ebenfalls als produktive Fiktion anzusehen.“

Der Filmemacher

„Paradoxerweise ist es doch so, je mehr ein Film sich bemüht, die Welt genau abzubilden, umso weniger taugt er als Darstellung der Wirklichkeit, die nicht nur um uns herum, sondern genauso in uns ist – in unseren Gedanken, Empfindungen, Emotionen. Meine, Deine…“

Das Projekt

Die Studierenden bilden eine Kommunikationsagentur und entwerfen als Planner, Campaigner und Art Directors eine Werbekampagne für die UdK.

Gleichzeitig sind sie potentielle Filmemacher, die sich mit der Frage beschäftigen, was ist Deine Wirklichkeit, und wie möchtest Du diese hier und jetzt, mitten in der Arbeit am Werbekampagne, darstellen?

Die kurzen Filme, als Videotagebuch Clips gedreht und einfach montiert, werden einen radikal subjektiven Point of View ausdrücken und den Wirklichkeitsanspruch der Werbekampagne unterwandern. Es entsteht eine vielschichtige Wirklichkeit, wobei jede Schicht gleichwertig ist.

Genauso wie bei „Mad Men“. Allerdings ohne die rigide Geschlechterdiskriminierung der sechziger Jahre.

Oder könnte einer der Filme uns eines Besseren belehren? Und hat jemand den Mut, mittels eines langen, anhaltenden Blickes im morgendlichen Badezimmerspiegel, seine Motivation zum Studium in Frage zu stellen? Und wer nimmt die Dozenten ins Kreuzverhör, bis sie sich endlich verständlich ausdrücken? Und wer verliebt sich in wen?  (Auch ein langer filmischer Blick, aber anders.) Oder wer nimmt nur wegen eines anderen überhaupt teil? Oder, oder.

Die Werbekampagne für die UdK läuft unablässig weiter, und ist die eigentliche Aufgabe. Was ist das für ein Produkt, die UdK? Was für eine Geschichte erzählt sie, was verspricht sie ihren ( potentiellen) Studierenden und vielen Partnern und was sind relevante Marktbedingungen?

Also was wird die zentrale Kampagnenidee der „produktiven Fiktion UdK“? ( Wobei die Teilnehmer/Innen alle irgendwann von einer solchen Fiktion selbst überzeugt gewesen sind…)

Zur Präsentation erarbeitet die Agentur einen Mock-up, einen ersten Gestaltungsentwurf in Grafik und Text. Gleichzeitig wird die Fiktion, die sich als Wirklichkeit gibt, von anderen Wirklichkeiten in filmischer Form unterwandert. Über die genaue Form der Präsentation ist noch zu entscheiden.

Projektleiter

Andreas Galling-Stiehler, Gastdozent GWK, PR-Redakteur, Journalist

Trevor Peters, freier Filmemacher

Video der Projektarbeit für die Abschlusspräsentation

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